Wort des Tages
Gedanken zum Tag für Mittwoch, den 13. Mai 2026
In Gottes tragenden Händen
Manchmal stehe ich staunend vor dem Pulsschlag meines eigenen Lebens. Wenn alles still wird, spüren wir diesen Rhythmus – ein Geschenk, das wir uns nicht selbst geben können. Es ist wie das leise Ticken einer Uhr, die niemals von uns aufgezogen wurde.
Wir finden uns heute in einer gewaltigen Erzählung wieder, die von der ersten bis zur letzten Seite von einer tiefen Gewissheit getragen ist: Wir sind kein Zufall. Hiob, der Mann, der den Schmerz bis in die tiefsten Poren kannte, blickt in die Weite der Schöpfung und erkennt: „In seiner Hand ist die Seele von allem, was lebt, und der Lebensgeist aller Menschen (Hiob 12,10)“. Das ist kein theoretischer Lehrsatz, es ist das Fundament unserer Existenz. Gott hält nicht nur das Universum, er hält diesen einen Atemzug, den du gerade tust. Er vergisst uns nicht, denn wir sind Teil seines lebendigen Gedenkens.
Diese Zusage findet ihre Vollendung am Kreuz. Dort, wo scheinbar alles endet, spricht Jesus Worte, die die Brücke zurück zu Hiob und weit darüber hinausschlagen: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“ (Lukas 23,46)
Was Hiob als allgemeine Schöpfungswahrheit bekennt, macht Jesus zur persönlichen Heimkehr. In Gottes Hand zu sein, bedeutet am Ende nicht Gefangenschaft, sondern tiefste Geborgenheit. Die Hände, die das Leben geben, sind dieselben Hände, die uns im Tod auffangen. Wir fallen nie tiefer als in seine Arme.
Vertraue dich heute ganz bewusst dieser unsichtbaren Kraft an, die dich atmen lässt. Du musst das Leben nicht festhalten; du wirst gehalten.
Gebet:
Vater, ich danke dir, dass mein Leben bei dir sicher ist. In deine guten Hände lege ich alles, was mich heute bewegt – meine Sorgen und meine Freude. Danke, Herr Jesus, dass du uns den Weg zum Vater gezeigt hast. Heiliger Geist, erinnere mich bei jedem Atemzug daran, dass ich dein geliebtes Kind bin. Amen.