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Wort des Tages

Gedanken zum Tag – Dienstag, den 19. Mai 2026

In Gottes Hand


Wir blicken heute auf die Worte des Propheten Jesaja, der uns mitten hinein in eine tiefe Krise des Volkes Israel nimmt. In Jesaja 64,7 schreit das Volk zu Gott und erinnert ihn an eine unumstößliche Tatsache: Er ist der Töpfer und wir alle sind seiner Hände Werk. Diese Wurzel unseres Glaubens zeigt uns eine wunderbare Wahrheit, denn der Töpfer wirft den Ton nicht weg, wenn ein Gefäß misslingt, sondern er formt es neu.

Oft ertappen wir uns jedoch bei dem Zweifel, ob dieser große Gott im Chaos unseres Alltags wirklich alles im Griff hat. Wir erleben Zerbruch, spüren unsere eigenen Risse und fragen uns insgeheim, ob der himmlische Handwerker bei uns vielleicht die Geduld verliert oder das Interesse vergisst. Das Gefühl, nur ein hilfloser Klumpen Erde im Sturm der Zeit zu sein, drängt sich in den Vordergrund und raubt uns den inneren Frieden.

Der Apostel Paulus greift diese weise Töpfer-Metapher im Römerbrief direkt wieder auf und spitzt sie durch Christus radikal für uns zu. In Römer 9,20 stellt er klar, dass das Werkstück nicht mit dem Meister rechtet, weil Jesus am Kreuz längst bewiesen hat, mit wie viel Liebe der Schöpfer uns formt. Jesus ging selbst in den tiefsten Zerbruch, um uns zu zeigen, dass Gottes Handeln uns niemals fallen lässt, sondern uns gerade in den Schwachheiten des Lebens Halt gibt.

Das bedeutet für uns heute eine spürbare Entlastung, denn wir müssen uns das Leben und den Glauben nicht mühsam selbst zusammenbauen. Wir sind bereits sicher gehalten und dürfen mit einem Lächeln durch diesen Dienstag gehen, weil der Meisterdesigner aus unseren Bruchstücken etwas Großartiges macht. Seine Hand bleibt im Hier und Jetzt aktiv, formt unseren Charakter und schenkt uns genau die Stabilität, die wir heute für unsere Aufgaben brauchen.

Gebet:
Herr, mein Töpfer, ich danke dir von Herzen, dass ich heute einfach Ton in deinen wunderbaren Händen sein darf. Du kennst meine Risse und meine Schwachstellen, aber du verlässt mich nicht, sondern formst mich geduldig weiter. Nimm mir heute den Druck, perfekt sein zu müssen, und schenk mir die tiefe Gewissheit, dass dein Design für mein Leben absolut gelingt.
Amen.


Losungswort:
HERR, du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk. (Jesaja 64,7)
Lehrtext:
Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum hast du mich so gemacht? (Römer 9,20)


Die Losungen stehen unter dem Copyright der Evangelischen Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de. Weitere Informationen unter: www.losungen.de.