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Wort des Tages

Gedanken zum Tag – Pfingstmontag, den 25. Mai 2026

Grenzenloses Verstehen


Wir blicken mit dem Psalm 117 auf den kürzesten aller Psalmen, der zugleich einen gewaltigen, weltweiten Lobpreis darstellt. In den Wurzeln unseres Glaubens bildet dieser Text das Zentrum des Hallel-Lobsangs, in dem ausdrücklich alle Völker und Nationen aufgerufen werden, die ewige Treue und mächtige Güte Gottes zu preisen. Diese wenigen Worte spannen einen weiten Bogen, der zeigt, dass Gottes Verheißung und Liebe von Anfang an niemals exklusiv für eine kleine Gruppe gedacht waren, sondern die ganze Menschheit umarmen.

Dennoch erleben wir in unserem Alltag allzu oft das schmerzhafte Gegenteil von Einheit und universeller Güte. Wir ziehen Grenzen im Kopf, bauen sprachliche Barrieren auf und misstrauen dem Fremden, weil uns die eigenen Unsicherheiten und Zweifel blockieren. Inmitten von gesellschaftlicher Spaltung und persönlicher Isolation fragen wir uns insgeheim, ob Gottes ewige Treue überhaupt noch stark genug ist, um das babylonische Sprachgewirr unseres modernen Zusammenlebens zu durchbrechen und echte Gemeinschaft zu stiften.

Genau in diese Zerrissenheit hinein setzt die Apostelgeschichte am Pfingstmontag das große Wunder der göttlichen Verständigung als organische Fortführung dieser alten Psalm-Verheißung. Gott schickt seinen Geist, und plötzlich hören gottesfürchtige Menschen aus allen erdenklichen Völkern unter dem Himmel die großen Taten Gottes in ihren ganz eigenen Muttersprachen. Jesus bricht durch diesen Geistakt jede nationale Enge auf und zeigt, dass seine Güte sich im Hier und Jetzt darin äußert, dass er uns genau da abholt, versteht und anspricht, wo wir innerlich zu Hause sind.

Das bedeutet für unseren Pfingstmontag eine wunderbare, spürbare Entlastung, denn wir müssen keine geistlichen Höchstleistungen erbringen, um von Gott verstanden zu werden. Wir sind bereits bedingungslos angenommen und dürfen darauf vertrauen, dass seine Güte uns heute umgibt, ganz egal, welche Sprache unser Herz gerade spricht. Gehen wir erleichtert in diesen Feiertag, halten wir die Augen offen für die Mitmenschen und vertrauen wir darauf, dass Gottes Geist heute Brücken des Verstehens baut, wo wir selbst nur Mauern sehen.

Gebet:
Vater im Himmel, danke für diesen Pfingstmontag und das große Wunder, dass du mich in meiner ganz eigenen Sprache verstehst und ansprichst. Du kennst meine inneren Mauern, meine Vorurteile und die Momente, in denen ich mich von anderen unverstanden fühle. Bitte erfülle mich heute neu mit deinem Heiligen Geist der Verständigung und der Liebe. Weite meinen Blick für die Menschen um mich herum, schenk mir ein hörendes Herz und lass mich heute ganz neu in deiner ewigen Treue und mächtigen Güte zur Ruhe kommen.
Amen.


Losungswort: Mächtig waltet über uns seine Güte, und die Treue des HERRN währt in Ewigkeit. Halleluja. (Psalm 117,2)
Lehrtext: Es wohnten in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Wir hören sie in unseren Sprachen von den großen Taten Gottes reden. (Apostelgeschichte 2,5.7.11)


Die Losungen stehen unter dem Copyright der Evangelischen Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de. Weitere Informationen unter: www.losungen.de.