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Wort des Tages

Gedanken zum Tag – Sonntag, den 31. Mai 2026


Losungswort: Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! – (Psalm 139,17).
Lehrtext: O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! – (Römer 11,33).

Weite des Staunens


Der Beter des 139. Psalms staunt über eine fundamentale Wahrheit, die unser menschliches Begreifen weit übersteigt. Mitten in den Höhen und Tiefen des Lebens, umgeben von der unendlichen Schöpfung, blickt er auf den Schöpfer und stellt überwältigt fest, wie unergründlich kostbar und zahlreich Gottes Gedanken über uns sind. Am heutigen Fest der Trinitatis, dem Sonntag der Dreieinigkeit, führt uns dieser uralte jüdische Lobpreis direkt vor das Geheimnis eines Gottes, der kein fernes, kaltes Prinzip ist, sondern sich uns als Vater, Sohn und Heiliger Geist in einer unbegreiflichen Beziehungsfülle offenbart.

Diese Perspektive berührt eine tiefe existenzielle Sehnsucht in uns, denn wir versuchen oft vergeblich, das Leben und Gottes Absichten mit unserer begrenzten Logik komplett zu durchdringen. Wenn schwere Zeiten anbrechen, unerwartete Krisen kommen oder Lebensentwürfe zerbrechen, geraten wir leicht in Zweifel und fragen uns, was Gott im Schilde führt. Die Losung nimmt uns hier behutsam an die Hand und befreit uns von dem lähmenden Druck der ständigen Sinnsuche. Gottes Gedanken sind keine harten Urteile, sondern Absichten voller Liebe, die so unendlich tief sind, dass wir sie nicht kontrollieren, sondern uns ihnen einfach vertrauensvoll überlassen dürfen.

Der Apostel Paulus schlägt im Römerbrief die perfekte Brücke zu dieser unermesslichen Tiefe und bricht in einen jubelnden Lobpreis über den Reichtum, die Weisheit und die Erkenntnis Gottes aus. Was im Alten Testament als ehrfürchtiges Staunen beginnt, findet in der trinitarischen Offenbarung seine finale Antwort und absolute Zuspitzung. In Jesus Christus wird die unbegreifliche Weisheit Gottes für uns fassbar, und durch den Heiligen Geist wird uns diese göttliche Tiefe ins Herz gelegt, sodass wir nicht mehr blind im Dunkeln tappen, sondern der verborgenen Führung unseres dreieinigen Gottes vollkommen vertrauen können.

Diese Gewissheit schenkt uns eine wunderbare Entlastung für den heutigen Sonntag und den Blick auf die kommende Woche. Wir dürfen den Kopf hochhalten und die Sorge loslassen, jeden Schritt im Leben intellektuell absichern zu wollen, denn wir sind von einem liebenden Geheimnis umgeben. Das gibt uns die Freiheit, mit einem dankbaren Staunen durch den Alltag zu gehen und auch den ungelösten Fragen unseres Lebens mit einem getrosten Lächeln zu begegnen. Wir gehen getragen in diesen Tag, weil der dreieinige Gott uns mit seinen tiefen Gedanken der Liebe bereits von allen Seiten umgibt.

Gebet:
Heiliger Gott, wie oft stehe ich fassungslos vor den Rätseln meines Lebens und versuche verzweifelt, deine Wege zu ergründen. Danke, dass deine Gedanken so viel größer und tiefer sind als meine kleinen, oft so ängstlichen Sorgen. Am heutigen Trinitatissonntag staune ich über das Geheimnis deiner Dreieinigkeit und darüber, dass du dich mir so nahbar schenkst. Bitte nimm mir heute den Druck, alles verstehen zu wollen, und schenke mir stattdessen das tiefe Vertrauen, dass ich in deiner unbegreiflichen Weisheit und Liebe vollkommen geborgen bin.
Amen.


Die Losungen stehen unter dem Copyright der Evangelischen Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de. Weitere Informationen unter: www.losungen.de.